
Mit dem Sommer im Kopf sind viele Besucher unserer Einladung gefolgt und haben am letzten Ferienabend einen besonderen Gottesdienst in der Kirche in Hummelsweiler mitgefeiert.
Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von Markus und Johannes Hammer.
An diesem Abend wurde das Leben gefeiert.
Aber nicht nur das Leben, bei dem alles läuft. Nicht nur die schönen Momente und die perfekten Bilder, sondern das echte Leben. Das laute und das leise. Das leichte und das schwere.
Das Leben, das manchmal richtig sprudelt – und manchmal überhaupt nicht.
Vielleicht hat der ein oder andere auch etwas entdeckt, was unser Leben wirklich spritzig macht.
Gelegenheiten und Denkanstöße gab es hierfür reichlich.
Gottesdienst darf an diesem Abend anders sein: farbig, laut, leise, fröhlich, traurig, witzig und nachdenklich. Wie das Leben eben auch ist. Im Leben gibt es Momente, von denen man sich wünscht: Könnte das nicht einfach noch ein bisschen so bleiben?
Wir müssen das Leben nicht schlechtreden, um Gott gut zu finden. Im Gegenteil: Das Leben ist ein Geschenk. Genauso, wie das Geschenk, dass am Sonntag-Abend in einer kleinen Kirche in Hummelsweiler das ganze Dorf gleich mit beschallt wird, wenn alle zusammen einstimmen, wenn es heißt „Auf uns“ oder „An Tagen wie diesen“. Welches Gefühl dadurch in jedem einzelnen ausgelöst wird, kann nur erlebt werden, nicht nur in einem Stadion, das ist auch in einer Kirche möglich.
Doch das Leben hat auch andere Seiten. Wir kennen Tage, bei denen plötzlich nichts mehr so ist, wie es einmal war. Und auch das gehört zum Leben. Tage, an denen irgendwie die Kohlensäure raus ist und wir dann versuchen, wieder ein bisschen Sprudeln reinzubekommen.
Aber Ablenkung ist noch keine Hoffnung. Denn irgendwann kommt der Moment, in dem wir uns dem stellen müssen. Es gibt Dinge im Leben, die können wir nicht einfach reparieren.
Manchmal haben wir auch gar keine Lösung. Vielleicht brauchen wir dann jemanden, der uns erklärt, wie wir alles wieder hinkriegen. Vielleicht brauchen wir zuerst jemanden, der sagt: Ich bleibe.
Derartige Fragen hat sich unser junger Konfirmand Samuel gestellt. Und sein Freund, Lukas, hat darauf geantwortet: „Ich bin da.“. Ganz schlicht, und doch so gehaltvoll.
Wie auch das dazugehörige Lied „Fix you“- Ich halte dich/Ich bin bei dir.
Und eben das ist auch die größte Zusage Gottes: Ich bin da.
Manchmal wünschen wir uns einen Gott, der das Meer ruhig macht. Der unsere Probleme löst.
Der den Weg wieder sicher macht. Und manchmal erleben wir genau das.
Glaube bedeutet nicht, dass der Weg immer sicher ist. Nicht dass wir immer wissen, was kommt. Nicht einmal, dass wir keine Angst haben.
Glaube kann auch heißen: Ich wage den nächsten Schritt, obwohl ich den ganzen Weg noch nicht sehen kann. Weil ich darauf vertraue: Gott geht mit.
Wie sich sowas anfühlt, wenn man im eigenen Ozean versunken ist und Gott einem wieder aufrichtet, davon erzählte das daran anschließend gesungene Lied.
Unser Leben auf Hoffnung bauen – Gott in den Alltag mitnehmen. Wie sowas geht?
Vielleicht bedeutet „das Leben wagen“ nicht einfach: Ich nehme mir ganz viel vor.
Vielleicht bedeutet es: Jesus, geh mit mir. Verändere mich. Wachse in meinem Leben. Zeig mir, was wirklich zählt. Musikalisch trifft dies im Lied „Jesus, nimm zu in meinem Leben“ das eben gelesene auf den Punkt. Bereits der erste Vers hat es in sich, wenn es dort heißt:
„Jeden Tag ein Stückchen sterben, loszulassen, was mich hält.“ Das Leben vom Ende her denken.
Wenn der Wecker klingelt. Wenn Schule beginnt. Wenn die Arbeit wartet. Wenn die To-do-Liste schon morgens zu lang ist. Wenn uns jemand auf die Nerven geht. Wenn wir eine Entscheidung treffen müssen. Wenn etwas richtig gut läuft. Und auch dann, wenn wir etwas richtig gegen die Wand fahren. Genau da findet unser Leben statt. Und genau da findet auch unser Glaube statt.
Nicht nur Sonntagabends um sechs. Montagmorgens genauso. Wir lassen Gott also nicht in der Kirche zurück. Gott geht mit.

Nach dem darauffolgenden Segenslied gab es zum Abschluss noch ein kleines Andenken mit Augenzwinkern: Bierdeckel wurden an die Besucherinnen und Besucher verteilt. Sie fassen die wichtigsten Gedanken des spritzigen Gottesdienstes zusammen und sorgen dafür, dass die Erinnerungen an diesen besonderen Abend auch zu Hause noch „auf dem Tisch liegen bleiben“.
Aufgrund der großen Besucherzahl gingen unsere Bierdeckel schneller weg als gedacht – leider hat es deshalb nicht für alle gereicht, einen mit nach Hause zu nehmen.
Aber keine Sorge: Wir haben kurzerhand nachgelegt und nochmals Bierdeckel nachdrucken lassen.
Somit bekommen auch alle, die beim ersten Anlauf leer ausgegangen sind, noch ihren ganz persönlichen Bierdeckel!
Herzliche Einladung zu einem weiteren Gottesdienst in Hummelsweiler, Honhardt oder Gründelhardt.
Wir wollen dort die Bierdeckel auslegen lassen. Pfarrer Markus Hammer und Pfarrerin Katharina Herrmann können aber auch jederzeit angesprochen werden.
Nachdem die letzten Töne der Zugaben verklungen waren, setzte fröhliches Stimmengewirr ein.
Es wurden die Stühle zur Seite geschoben und man stand plaudernd im Kirchenraum.
Der ein oder andere hat auch frische Luft geschnappt und sich vor der Kirche eingefunden. Dort bestand ebenfalls die Möglichkeit zu verweilen und die wunderschöne Beleuchtung, die uns auch dieses Jahr wieder Tilo Ludwig in und um unsere Kirche installiert hatte, zu bewundern und zu genießen.
Wer gerne noch einen weiteren „Spritzer“ zum Trinken wollte, konnte sich diesen einschenken lassen. Kleine salzige Knuspereien wurden zudem auf den Couch- und Stehtischen verteilt.
Über den ganzen Abend hinweg entstanden viele schöne Momente, sich sicherlich noch lange in den Köpfen und Herzen der Besucher bleiben werden.
Gott sei Dank!
„Es war ein schöner Abend!“, das hörte ich oft sagen und in den Gesichtern konnte ich dies ebenfalls sehen. Der Abend sollte zur Ehre des Herrn und zur Freude der Besucher werden. Das ist offenbar wieder gelungen und zeigt auch, dass Vielfalt im Gemeindeleben einen Platz hat und es ganz wunderbar sein kann, in einem Kirchenraum einen Aperol-Spritz zu genießen!
Unser besonderer Dank gilt Markus und Johannes Hammer für die Gestaltung des Gottesdienstes.
Und ein herzliches Vergelt´s Gott an alle, die sich für diesen Gottesdienst eingebracht haben.
Ohne Euch wäre der Abend nicht so schön geworden.
Susanne Schips
Herzlichen Dank an Susanne Schips und Petra Brunner für die Organisation dieses erfrischend anderen Abends.

