„Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“ (Jean Paul, 1763–1825). Diese Erfahrung der unendlichen Fantasie wird noch intensiver, wenn wir auf die Menschen treffen, die diese Bücher verfassen und uns hautnah in die fantastischen Welten mitnehmen. Gleich zweimal in dieser Saison bekamen große und kleine Bücherliebhaber in Honhardt die Gelegenheit, solchen Menschen auf die Finger zu schauen und hinter die Kulissen einer Buchentstehung zu blicken. Die Autorinnen Katja Hiledbrand und Annika Debschütz-Frey nahmen die Interessierten mit in ihre Buchwelten und gaben Einblicke in ihre Arbeit.

Am 22. November konnten zunächst Vorschul- und Grundschulkinder in den Alltag des ganz gewöhnlichen Jungen Udo blicken, der durch einen zufälligen Fund seines Hundes  – eine alte hässliche Mütze – plötzlich zu ganz besonderen Fähigkeiten kommt, die sein Leben grundlegend verändern. Mit großen Augen verfolgten die Kinder die Begebenheiten, die Katja Hildebrand bewegt, musikalisch und spannend aus dem Kinderroman „Udos Mütze“ präsentierte.

Nicht weniger spannend verfolgten auch die Erwachsenen am Abend die Lesung der Autorin. In einer Art Medley mit dem Titel „Magie der Worte“ präsentierte Hildebrand einerseits ihre vielfältig angelegten Arbeiten, indem sie ausgewählte Ausschnitte daraus vorlas. Andererseits gab sie ganz persönliche Einblicke in Themenfindung, Arbeitsschritte, Schreibprozess… zu den einzelnen Büchern und ermöglichte so einen ganz besonderen Zugang zu den Werken.

Am Freitag, den 14. Februar, begeisterte dann Annika Debschütz-Frey mit ihrem „Einhorn voller Zorn“ die kleinen Bücherliebhaber. Das etwas andere Einhorn – klein, braungefleckt und struppig – ist auf den ersten Blick eher einer seltsamen Kuh oder einem zu groß geratenen Hund gleich. Gepaart mit seinem brummig-zornigem Gemüt verkörpert es zunächst so ganz und gar nicht die Grazie der regenbogenschweifigen, anmutigen Einhörner, was auch die anderen Waldbewohner bemängeln. Doch wenn ein zugewandter Freund einen ganz neuen Blick auf die Sache wirft, wird plötzlich alles anders. Auf eine einfache, witzige und herzliche Art vermittelte die Autorin den Kleinen, dass Anderssein besonders ist – und zwar im guten Sinne. Und das unterstrich sie mit dem mitgebrachten Gast aus der Truhe – dem „besonderen“ Einhorn als Stofffigur, das die Kinder zusätzlich begeisterte. Da passte es umso mehr, dass sie im Anschluss an die Lesung bei einem Bastelangebot ein eigenes, ganz besonderes Einhorn kreieren konnten.

 

Skip to content